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Engagement schlägt Brücken - Freiwilligendienste aller Generationen

Hände im Rasen


Netzwerk für Lebenserfahrung

Detailinformationen

 

Der landschaftlich reizvolle Landkreis Märkisch Oderland östlich von Berlin gehört nur zum Teil zum so genannten „Speckgürtel“ um die Bundeshauptstadt herum. Weite Teile des bis zum Grenzfluss Oder reichenden Landkreises sind dünn besiedelt, strukturschwach und bieten wenige Arbeitsplätze. Das Netzwerk für Lebenserfahrung ist ein Projekt, das sich den Begleiterscheinungen dieser schwierigen Situation stellt und aus den Projekten zweier Träger besteht, die ihre Zusammenarbeit im Verlauf der nächsten drei Jahre entwickeln werden. Gemeinsam mit ihrer jeweils spezifischen Konzeption haben der Arbeitslosenverband Brandenburg, Standort Strausberg und das Christliche Jugenddorf Märkisch Oderland das Projekt „Netzwerk für Lebenserfahrung“ entwickelt. Ziel dieses Projekts in Strausberg ist, Strukturen zu entwickeln und für und mit Menschen aus der Region zukunftsorientierte Wege zu finden. Sozial Benachteiligte sollen mit mehr Selbstbewusstsein durchs Leben gehen können und das Netzwerk des Arbeitslosenverbandes insgesamt breiter aufgestellt werden.

An vier weiteren Orten des Landkreises ist das Christliche Jugenddorf Märkisch Oderland aktiv. Neben vier konkreten Hilfen umfasst das Projekt des Christlichen Jugenddorfs Märkisch-Oderland die Förderung des freiwilligen Engagements in der Bevölkerung und die bessere Vernetzung bisheriger Projektpartner vor Ort.

Aus der täglichen Arbeit mit Arbeitssuchenden und Bedürftigen heraus entwickelte der Arbeitslosenverband seine Projektidee. Sie umfasst folgende Elemente:

-       Austauschstelle für Lebenserfahrung (Assistenz für besondere Lebenslagen und Familien),

-       Kinderkiez-Küche (Hilfe zur gesundheitsbewussten Ernährung),

-       Kultur-Tafel (Hilfe zur Integration und kulturellen Teilhabe),

-       Infothek für regionale Bildungswege (Assistenz in Bildungsfragen).

Der Arbeitslosenverband startet mit Freiwilligen, die sich für den Arbeitslosenverband engagieren und nun im Rahmen der neuen Freiwilligendienste tätig werden wollen. Die Geschäftsstelle des Trägers in Strausberg ist ebenso Anlaufstelle für Freiwillige, wie die Freiwilligenagentur des Landkreises, die mit dem Verband bereits eng zusammenarbeitet. Die bisherigen Kooperationspartner – das Mehrgenerationenhaus Strausberg, die Sozialen Dienste der Justiz und der Sozialpark Märkisch-Oderland – werden durch zusätzliche Akteure ergänzt – das sind die Kommunen, der Landkreis und die Arbeitsagentur. Kosten entstehen vor allem für die Aufwandsentschädigungen, Honorare, Sach- und Bürokosten, für den Verwaltungsaufwand, das Qualifizierungsprogramm und Anerkennungsmaßnahmen.

Das Christliche Jugenddorf Märkisch Oderland bietet Hilfen an vier Standorten:

-       Sprachförderung für Migranten/Migrantinnen in Zusammenarbeit mit Spielbau e.V. in Bad Freienwalde

-       Hilfen für psychisch Beeinträchtigte zusammen mit der Volkssolidarität in Gusow

-       Ein Seniorenbesuchsdienst in Rüdersdorf in Zusammenarbeit mit der dortigen Gemeinde

-       Ein Unterstützungsdienst für junge Mütter, gemeinsam mit dem Landfrauenverein Mittleres Oderbruch e.V. und dem Kreis-Kinder- und Jugendring am Standort Seelow.

Die Geschäftsstellen der Kooperationspartner werden gleichzeitig als Anlaufstelle für Freiwillige dienen. Die Konzeption entstand aufgrund des Bedürfnisses Älterer, sich zu engagieren und eigene Erfahrungen einbringen zu können. Daneben können sich insbesondere Jugendliche und Langzeitarbeitssuchende engagieren. Jugendlichen kann dieses Engagement ein Wegweiser für die berufliche Orientierung sein und Langzeitarbeitssuchende erhalten das Gefühl, gebraucht zu werden. Zu letzteren bestehen zahlreiche Kontakte aus früheren ABM-Projekten. Mit engagierten Langzeitarbeitssuchenden, die vielfach schon ihre Mithilfe bekundet haben, wird das Projekt starten, ebenfalls durch ehemalige Mitarbeiter des Christlichen Jugenddorfs Märkisch Oderland, die sich im Ruhestand befinden, jedoch weiterhin – nun ehrenamtlich – tätig sein wollen. Die Arbeit der Freiwilligen findet auf internen Veranstaltungen des Trägers, durch Urkunden und Ehrungen (z.B. dem Erich-Schneider-Preis) Anerkennung. Um die Qualifizierungen und Aufwandsentschädigungen finanzieren zu können, erhält der Träger zusätzliche Unterstützung von der Hardenberg-Stifung, der Kaiserin-Augusta-Stiftung und dem Landkreis Märkisch-Oderland. Künftig sollen Sponsoren gefunden werden, um die Koordinierungsstelle tragfähig finanzieren zu können.

Beide Träger verzichten auf die Einrichtung neuer Gremien, entwickeln aber bereits ihre Zusammenarbeit: Die Qualifizierung der Freiwilligen soll in gemeinsamen Schulungsprogrammen zu 21 verschiedenen Fachthemen gestaltet werden. Als Partner engagieren sich hier die „Akademie 2. Lebenshälfte Potsdam“, der „Bildungsbereich von ver.di“ und das Paritätische Bildungswerk Brandenburg. Die Öffentlichkeitsarbeit wird ebenfalls gemeinsam betrieben. Monatlich erscheinende Projektportraits in der Märkischen Oderzeitung, öffentliche Veranstaltungen, Informationen in Senioreneinrichtungen und die Ansprache durch die Freiwilligenagenturen werben für die Freiwilligendienste aller Generationen. So können starke Strukturen des freiwilligen Engagements im ländlichen Raum wachsen.

 

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