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Engagement schlägt Brücken - Freiwilligendienste aller Generationen

Hände im Rasen


JAKOB in Dischingen - Jung und Alt kooperieren, organisieren und begeistern in Dischingen

Detailinformationen

 

Auf den östlichsten Ausläufern der Schwäbischen Alb – dem Härtsfeld – gelegen, bietet die Gemeinde Dischingen dem Besucher u.a. mit der Stauferburg Katzenstein und zwei Schlössern in idyllischer Landschaft allerhand Sehenswertes. Erholen kann man sich also in der östlichsten Gemeinde Baden-Württembergs sehr gut, aber auch wohnen und arbeiten? Wer diese Frage stellt, steuert direkt auf typische Entwicklungen in vielen ländlichen Gemeinden zu: Jüngere Menschen verlassen die Region, um einen Arbeitsplatz anzunehmen, ältere Menschen bleiben. Dischingen reagiert auf diese Entwicklung mit dem Projekt JAKOB. Das übergreifende Ziel ist, die Lebensqualität zu steigern und ein Wir-Gefühl zu erzeugen, Menschen zusammenzubringen und sie zum Geben und Nehmen zu bewegen.

Die Siedlungsstruktur der Gemeinde ist geprägt durch weit auseinander liegende Ortschaften und Weiler, die auch gut dreißig Jahre nach der Gemeindegebietsreform ein weitgehend eigenständiges Dorf- und Vereinsleben pflegen. Der demografische Wandel stellt nun jedoch den Fortbestand mancher Vereine in Frage, so dass eine Vernetzung unverzichtbar ist. Auch wenn ein Wettbewerb zwischen den Dörfern nur noch eine untergeordnete Rolle spielt, sind die Vereinsangebote des Nachbarortes vielfach nicht ausreichend bekannt. Die Gemeindeverwaltung unterstützt nun verstärkt die Vernetzung und stellt in einem ersten Schritt Informationen über die Angebote aller Vereine zur Verfügung. Diese bilden wichtige Partner im Projekt JAKOB, aber auch die Kirchen und die öffentlichen Einrichtungen, wie etwa Kindergärten, Schulen, die Begegnungsstätte „Arche“ des Vereins „Freunde schaffen Freude e.V.“, Partner aus der Wirtschaft und das geplante Pflegeheim. Die Institutionen haben sich bereits zu einem Gremium zusammengeschlossen, das Projekte zur Förderung des Miteinander entwickelt und streben mittelfristig die Gründung eines Vereins zur langfristigen Sicherung des Auftrags von JAKOB an. Die Finanzierung soll nach der dreijährigen Förderphase durch eine Struktur sichergestellt werden, in der die Vereine durch regelmäßige Zuwendungen JAKOB unterstützen und damit die laufenden Kosten abdecken.

Mit welchen Diensten wird das Projekt beginnen? Den Anfang bildet z.B. ein Fahr- und Abholdienst für Jung und Alt – in einer dünn besiedelten Gegend sehr hilfreich. Vorrangiges Ziel sind dabei nicht die Maßnahmen in der Daseinsvorsorge. JAKOB geht über die Leistungserbringung hinaus: jeder kann etwas nehmen und geben, ob jung oder alt, krank oder gesund. Nicht die Leistung allein, sondern gegenseitiges Helfen und Wertschätzen stehen im Mittelpunkt. Daher sind auch Hilfen angedacht, wie Tanznachmittage für Demenzerkrankte, Betreuungsangebote für Kinder, Schulprojekte, Besuchsdienste im Krankenhaus und  im häuslichen Bereich oder der Ausbau der Nachbarschaftshilfen.
Der Abwanderung junger Familien kann durch die Schaffung von Partizipationsmöglichkeiten entgegengewirkt werden. Geplant sind interessante Generationen verbindende Projekte, die in Kooperation mit der ortsansässigen Grund- und Hauptschule umgesetzt werden sollen, wie z.B. gemeinsames Theaterspielen, Hilfen beim Schreiben von Bewerbungen, der Austausch von Lebenserfahrungen und -wünschen im Erzählcafe oder die Einrichtung von PC-Kursen. Diese Projektideen wurden von der Gemeinde Dischingen und ihren Partnern aus den bisherigen Erfahrungen und einzelnen Ideen aus der Bevölkerung entwickelt. Vor ihrer Umsetzung wird über einen Fragebogen ermittelt, ob der Bedarf der Bürgerinnen und Bürger mit den angedachten Projekten ausreichend berücksichtigt ist oder andere bzw. weitere Hilfsangebote aufgenommen werden sollten.

Die Gewinnung von Freiwilligen erfolgt über die persönliche Ansprache, auf das Vorhaben wird durch die Veröffentlichung von Informationen im Gemeindeblatt, die Erstellung von Broschüren und die Darstellung im Internet aufmerksam gemacht. Interessenten können sich in der Anlaufstelle beraten und ihre Fähigkeiten und Interessen in einem Talentpool erfassen lassen. Nachdem konkrete Aufgabengebiete abgestimmt sind, werden die Freiwilligen begleitet, betreut und weitergebildet. Auch die Anerkennung freiwilligen Engagements wird gepflegt: Beim traditionellen Neujahrsempfang des Bürgermeisters werden die ehrenamtlich Tätigen ausgezeichnet. In diesem Jahr wird verstärkt für die neuen Freiwilligendienste aller Generationen geworben, die eine neue Qualität des zivilgesellschaftlichen Engagements darstellen. Dischingen will noch attraktiver werden – für seine Bürgerinnen und Bürger.

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