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Engagement schlägt Brücken - Freiwilligendienste aller Generationen

Hände im Rasen


Familien jetzt stärken - innovative FWD-Projekte fördern

Detailinformationen

 

Dieses Leuchtturmprojekt besteht aus zwei Komponenten: Den Schwerpunkt bildet das Nachfolgeprojekt des Bundesmodellprojekts „Pflegebegleiter“, das nach fünf Jahren Laufzeit am 30. Oktober 2008 endete. Daneben wird das Landesmodellprojekt „Netzwerk gesunde Kinder - Familienpatenprojekt“ fortentwickelt.

Das Projekt „Pflegebegleiter“ bildet Menschen aus, die den Angehörigen der Pflegebedürftigen auf mentaler Ebene helfen. Angehörige von Pflegebedürftigen sind mit der Pflegesituation oft überfordert, scheuen sich aber, dies nach außen hin und vor sich selbst zuzugeben. Der Zwiespalt aus lange entwickelten, versteckten Aggressionen bei gleichzeitiger Liebe zum Pflegebedürftigen, oder Vereinsamungstendenzen, die sich aus der Rund-um-die-Uhr-Betreuung ergeben sind nur zwei leicht nachvollziehbare Gründe, weshalb Angehörige von Pflegebedürftigen ein offenes Ohr und Ansprache brauchen. Bei dem eng gesteckten Zeitrahmen der Pflegekräfte ist es nicht in ausreichendem Maße möglich, auf die Angehörigen näher einzugehen. Diese Aufgabe übernehmen daher die Pflegebegleiter. Das kann sogar das Organisieren eines Urlaubs für die Angehörigen einschließen, um der Pflegesituation zeitweise zu entfliehen und neue Kraft sammeln zu können.

In einem ersten Schritt spricht der Projektträger Kommunen an und schließt mit den Verantwortlichen eine Kooperationsvereinbarung. In einem zweiten Schritt wird je ein in der Kommune ansässiger Wohlfahrtsträger als weiterer Kooperationspartner gewonnen: Die Geschäftsstelle des Wohlfahrtsträgers verpflichtet sich im Rahmen der Kooperation, eine Räumlichkeit zur Verfügung zu stellen, die als Anlaufstelle („Heimathafen“) für Pflegebegleiter fungiert. 

Darüber hinaus benennt der Wohlfahrtsträger eine hauptberuflich beschäftigte Person seines Mitarbeiterstamms, die zusammen mit einer ehrenamtlich tätigen Person ein ProjektinitiatorInnen-Tandem (PI-Tandem) bildet. Aufgabe der PI-Tandems ist die Gewinnung von Freiwilligen an den Standorten des Leuchtturmprojekts. Für diese Aufgabe wird jedes PI-Tandem in acht Unterrichtstagen geschult (Inhalte sind zum Beispiel: Projektphilosophie, Gewinnungskonzept, Lernkonzept und Begleitkonzept). Die durch das PI-Tandem gewonnenen Freiwilligen werden nun ihrerseits für ihre Aufgabe der Pflegebegleitung qualifiziert (66 Unterrichtsstunden).
Im Projekt „Pflegebegleiter“ sind bundesweit 2.046 Akteure aktiv, davon überdurchschnittlich viele in den neuen Bundesländern (650 von 2.046 Akteuren). Die Projektkoordination für die neuen Bundesländer liegt bei der AWO SANO gGmbH. Für das Leuchtturmprojekt „ Familien jetzt stärken – innovative FWD-Projekte fördern“ konnten folgende Kommunen und freie Träger gewonnen werden:
- In Brandenburg: Stadt Templin und „Lebensgarten e.V.“ (Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband)
- In Mecklenburg-Vorpommern: Stadt Ribnitz-Damgarten und „AWO Soziale Dienste Vorpommern gGmbH“ in Stralsund
- In Sachsen: Stadt Bischofswerda und „Volkssolidarität Kreisverband Bautzen e.V.“ in Bischofswerda (Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband)
- In Sachsen-Anhalt: Stadt Burg und der „DRK Kreisverband e.V.“
- In Thüringen: Stadt Pösneck  und der „AWO Kreisverband Saale-Orla-Kreis e.V.“
Am Standort Guben/Gubin werden noch Kooperationspartner, v.a. Wohlfahrtsträger akquiriert.

In der Pflegebegleitung sind meist Frauen mittleren Alters mit mittlerem Bildungsabschluss und Berufsausbildung tätig. Künftig sollen aber mehr Männer für das Projekt gewonnen werden. Besonders erwähnenswert: Zwar sind 28 Prozent der Freiwilligen arbeitssuchend, erleben aber das schöne Gefühl des Gebrauchtwerdens und leisten eine wichtige und sinnstiftende Tätigkeit trotz ihrer schwierigen Lebenssituation. 
Durch das Ehrenamt können alle Freiwilligen neben der Anerkennung einen Pflegebegleiterausweis erwerben. Dieser ist auch als vertrauensbildende Maßnahme gegenüber den Angehörigen zu werten. Grundsätzlich ist das Konzept des Leuchtturmprojekts auf Städte ähnlicher Größenordnung übertragbar, erst recht, wenn sich – wir hier – Anknüpfungspunkte zu anderen Projekten in der Region ergeben, wie etwa die Zusammenarbeit mit Mehrgenerationenhäusern oder den Lokalen Bündnissen für Familie.

Das Teilprojekt „Netzwerk gesunde Kinder – Familienpaten“ geht auf ein Konzept aus Finnland zurück, das verschiedene nachteilige und problematische Entwicklungen moderner Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften lindern soll, nämlich:
- das weitgehende Fehlen großfamiliärer Strukturen
- die geringe Geburtenrate
- eine Vielzahl minderjähriger Mütter
- zahlreiche Mütter mit prekärem Sozialstatus
In Brandenburg ist dieses Programm an zwölf Standorten präsent und wird mit 120.000 Euro gefördert. In Templin wird dieses Programm in Kooperation mit zwei Kliniken betrieben. In den anderen Kommunen operieren die Familienpaten auf einer Basis mit geringerer Ausstattung. 99 Prozent der im Teilprojekt FamilienpatInnen Engagierten sind Frauen.

In beiden Teilprojekten sollen bis zum Ende des Projektzeitraums mindestens je 100 neue Freiwillige gewonnen werden.

 

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