Gemeinschaft gestalten durch das bürgerschaftliche Engagement aller Generationen in Ingolstadt
Detailinformationen
Die relativ junge und schnell wachsende Großstadt hat durch einen hohen Anteil an Wanderungsbewegungen einen hohen Bedarf an Integration. Diese gelingt unter anderem durch zivilgesellschaftliches Engagement. Unter der Federführung des Mehrgenerationenhauses, der Freiwilligen Agentur und der Volkshochschule werden in den nächsten Jahren die bereits bestehenden Strukturen im ehrenamtlichen Bereich gebündelt. Die drei Träger werden sich zu regelmäßigen Teamsitzungen treffen. Dieses Forum bildet den organisatorischen Kern der neuen Freiwilligendienste. In eher lockerer Form beteiligen sich Schulen, Kirchen, Kindertageseinrichtungen, Museen, die Stadtbücherei, die Jugendhilfe, das Seniorenbüro, Stiftungen und Unternehmen am Projekt: Rund 90 Einrichtungen und Vereine sind zur Mitarbeit aufgerufen.
Das Bürgerhaus und die Freiwilligen Agentur als Anlaufstelle für Freiwillige
Die Heimat der neuen Freiwilligendienste ist das Bürgerhaus, Mehrgenerationenhaus der Stadt Ingolstadt in Kooperation mit der Freiwilligen Agentur, die ebenfalls hier ihren Sitz hat. Interessierte können sich dort über die Bandbreite möglicher Engagementformen informieren. Als Freiwillige erbringen sie dann verschiedene Hilfeleistungen für andere: Leihomas, Patenschaften für Schulkinder, Bewerbungstraining für Jugendliche und junge Erwachsene, Mitarbeit in der Cafeteria oder im Garten der Seniorenheime, Vorlesen für Senioren oder Einkaufen gehen – es gibt viele Möglichkeiten, sich einzubringen.
Die neuen Freiwilligendienste profitieren von den Kompetenzen, die im Ruhestand befindliche Menschen im Berufsleben erworben haben. Bürgerschaftliches Engagement ist aber auch eine Möglichkeit, den Alltag im Falle der Arbeitslosigkeit sinnstiftend und erfüllend zu gestalten. Zur Mitarbeit sind Menschen jeglicher Herkunft, jeglichen Geschlechts und jeglichen Alters eingeladen – insbesondere Jugendliche nach Erfüllung der Schulpflicht, für die das freiwillige Engagement auch eine (möglicherweise berufliche) Orientierungsfunktion erfüllen kann. Pädagogische Fachkräfte leiten die Freiwilligen an und begleiten sie kontinuierlich als Ansprechpartner durch die Engagementzeit hindurch. Dass den Freiwilligendiensten eine hohe Bedeutung beigemessen wird, zeigt sich auch in der Anerkennungskultur, die in Ingolstadt gepflegt wird: Alle zwei Jahre organisiert die Stadt eine Veranstaltung für Freiwillige, außerdem sind die Freiwilligen zum jährlichen Sommerfest des Mehrgenerationenhauses geladen. Die unentgeltliche Teilnahme bei ansonsten kostenpflichtigen Angeboten des Mehrgenerationenhauses, Zertifikate und gemeinschaftliche Fahrten sind die zusätzlichen Vorteile, die den Freiwilligen gewährt werden.
Von der Auftaktveranstaltung zum etablierten Netzwerk
Mit der Auftaktveranstaltung zur Einführung der neuen Freiwilligendienste ist bereits ein sichtbares Zeichen für die Ingolstädter Bürger gesetzt worden. Je mehr Freiwillige mitarbeiten und je mehr Einrichtungen und Vereine sich an diesem Projekt beteiligen, desto mehr Dienste können angeboten werden. Dies ist nicht nur ein Gewinn für die Hilfebedürftigen, sondern auch für die Helfer, denn damit steigt die Chance, dass sie sich in dem Bereich engagieren, der zu ihnen passt. Durch die Internetseiten der Träger, kontinuierliche Pressearbeit und die begleitende Berichterstattung wird der Bekanntheitsgrad des Projekts steigen. Mit der wachsenden Zahl an Freiwilligen wird auch der Bedarf an Fortbildungsmodulen größer werden, so dass wiederum feste Kooperationspartner aus der Wirtschaft helfen können, das Projekt auf Wachstumskurs zu halten. Eine Zusammenarbeit mit Trägern aus den Umlandgemeinden wird sich fast von selbst ergeben, wenn die Freiwilligendienste ein fester Bestandteil Ingolstadts geworden sind. Nach drei Jahren soll dieses Engagement etabliert sein und weniger ein Projekt als vielmehr eine gelebte Kultur selbstverständlicher Freiwilligkeit darstellen, an der sich Bürger, Vereine, Einrichtungen und Unternehmen gleichermaßen beteiligen. „Gemeinschaft gestalten“ lautet daher der Aufruf, den das Projekt an alle Einwohner richtet – an gebürtige oder etablierte Ingolstädter ebenso wie an Neubürger der Stadt.
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